Dachplanung: Unsere Expertentipps für alle Neu- oder Umbauer/innen

Aktualisiert: 9. Dez. 2021


Ein Umbau oder Neubau des Daches sollte gut geplant sein. Wir zeigen dir, welche Punkte bei der Dachplanung besonders wichtig sind: Bauvorschriften, Wärmedämmung, Kosten und vieles mehr – es gibt einiges zu beachten!


Warum ist eine fundierte Fachplanung so wichtig? Eine schlechte Planung kann schnell zu Problemen führen und die Arbeiten am neuen Dach unnötig verkomplizieren. Generell empfehlen wir dir bereits kleinere Dacharbeiten nicht ohne eine Planung durchführen zu lassen. Warum? Das zeigen wir dir jetzt:


1. Rechtzeitig über Bauvorschriften informieren

In Deutschland gibt es keine einheitlichen Vorschriften, was das Baurecht angeht, da hier die Bundesländer und in Teilen auch die Gemeinden eigene Vorschriften erlassen können. Bei einer Dachsanierung solltest du dich als Bauherr/in immer mit den geltenden Vorschriften durch das Gebäudeenergiegesetz und die Landesbauordnung sowie den Vorgaben deiner Gemeinde vertraut machen.


Regionale Bauvorschriften: Es ist in jedem Fall ratsam, sich frühzeitig beim Bauamt zu informieren und dort die eigenen Pläne vorzustellen, um spätere Anpassungen der Planung und damit einhergehende Verzögerungen zu vermeiden. Die Fachberater/innen beim Bauamt können dir genau mitteilen, welche regionalen Vorschriften an deinem Wohnort gelten und worauf du achten musst.


Landesbauordnung: In der Landesbauordnung werden Anforderungen an den Brandschutz bei Gebäuden definiert. Eine Nichteinhaltung der Anforderungen kann im schlimmsten Fall bei einem Brandfall zum Verlust des Versicherungsschutzes des Gebäudes führen. Der ausführende Handwerksbetrieb steht in der Regel 30 Jahre in der Haftung. Da die meisten Unternehmen jedoch durch entsprechende Gesellschaftsformen eine beschränkte Haftung vorweisen, kannst du bei einer Nichteinhaltung als Bauherr/in im schlimmsten Falle auf den Kosten sitzen bleiben.


Gebäudeenergiegesetz: Das Gebäudeenergiegesetz (GEG), welches die Energieeinsparverordnung (EnEV) abgelöst hat, gibt die nötige Wärmedämmung vor. Aufgepasst: eine Dachsanierung ohne Wärmedämmung kann zu einer Geldstrafe in Höhe von 50.000 € für das ausführende Unternehmen und 5.000 € für den/die Bauherr/in führen.

Tipp: Es ist immer von Vorteil mit regionalen Handwerkern zusammenzuarbeiten, welche ihr Fach und die Vorschriften deiner Region ganz genau kennen. Das erleichtert die Planung im Vorfeld enorm und gibt dir während der Bauausführung auch mehr Sicherheit, dass alle geltenden Maßnahmen eingehalten werden.



2. Bebauungsplan vor der Auswahl der Dachform prüfen

Ist es so, dass du bei dem geplanten Umbau nicht nur das Dach selbst erneuern, sondern auch dessen Form verändern möchtest, stellt sich natürlich die Frage, ob ein solcher Umbau problemlos möglich ist. Dies hängt vor allem vom sogenannten Bebauungsplan ab. Der Bebauungsplan definiert, welche Bauformen an deinem Gebäude möglich sind. Häufig werden hier neben den Dachformen, auch die Dachneigungen bestimmt. Eine Abweichung vom Bebauungsplan ist in dem meisten Fällen mit einem erheblichen Aufwand verbunden und bedarf einem Befreiungsantrag. Ist eine Veränderung der Dachform laut Bebauungsplan in Ordnung, solltest du diese in jedem Fall von einem kompetenten Statiker prüfen lassen.


3. Genug Zeit für die Materialauswahl einplanen

Nicht nur die Dachform spielt eine wichtige Rolle. Auch die Materialauswahl hat einen erheblichen Einfluss auf das Aussehen, die Funktion und die Kosten des Dachaufbaus sowie die nachträglichen Heiz- und Energiekosten. Es gibt eine Vielzahl von verschiedenen Werkstoffen, welche über verschiedene Eigenschaften verfügen. Die richtige Wahl des Wärmedämmstoffes und der Dampfbremse ist u.a. für das spätere Raumklima enorm wichtig. Je nach Art des Gebäudes und abhängig von dessen Dämmung und Bauform kannst du bis zu 30 Prozent Heizkosten sparen.


4. Die Nachhaltigkeit ins Auge fassen

Bei der Auswahl der geeigneten Materialien solltest du auch die Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit ins Auge fassen. Von ökologischen Baustoffen mit einem hohen Maß an Energieeffizienz bis hin zur Nutzung regenerativer Ressourcen – es gibt zahlreiche Möglichkeiten. Die etablierten Hersteller bieten eine ganze Reihe von umweltfreundlichen Eindeckungsmaterialien für das Dach, aus denen man – ganz nach Geschmack – auswählen kann.



5. Nicht beim Dämmstoff sparen

Du profitierst gleich mehrfach, wenn du dein Dach bei einem Neuaufbau von Beginn an ausreichend dämmen lässt. Im Gegensatz zu einer nachträglichen Dämmung hast du so beispielsweise weniger Raumverlust. Der entscheidende Vorteil liegt jedoch vor allem in den besonders hohen Dämmwerten. Diese lassen sich bei einem Neuaufbau nämlich dadurch erzielen, dass die verschiedenen Varianten der Dachdämmung effektiv miteinander verbunden werden können. Somit sparst du langfristig nicht nur viel Geld beim Heizen, sondern kannst auch gleich den Wohnkomfort im ausgebauten Dachboden deutlich verbessern.

6. Lüftungskonzept umsetzen

Das beim Tausch von Fenstern und der Sanierung von Dächern erforderliche Lüftungskonzept ist nur eine Empfehlung. Es sollte jedoch ernst genommen werden: Treten nach der Sanierung Probleme mit Schimmel oder mangelhafter Raumluftqualität auf, sind diese wesentlich kostspieliger zu beseitigen, als wenn gleich bei der Sanierung eine vernünftige Lüftungsmaßnahme umgesetzt wird.

7. Fördermittel nutzen

Für energetische Sanierungen gibt es zahlreiche Fördertöpfe. Ein qualifizierter Energieberater hilft dabei, einen Überblick zu bekommen, und prüft, welche Fördermittel wo sinnvoll eingesetzt werden können. Hierbei sind KfW und BAfA die wichtigsten Geldgeber, aber auch regional verfügbare Programme erbringen Zuschüsse von bis zu 60 Prozent der ­Kosten einer Maßnahme und zinsgünstige ­Finanzierungen.


8. Ganzheitlich denken

Selbst die Regenrinne stellt einen wichtigen Planungspunkt dar, denn Regenwasser lässt sich z.B. hervorragend zur Bewässerung des Gartens nutzen. Was man dafür braucht ist lediglich ein intelligentes Dachentwässerungssystem. Motto: Auffangen statt ableiten! Ein Teil des Fallrohrs kann durch einen Regensammler ersetzt werden. Wird dieser mit einer Regentonne verbunden kommen mit dem Sammelsystem über das Jahr gerechnet viele frei von der Natur gelieferten Kubikmeter zusammen.


9. Komplexere Dachprojekte von Experten begleiten lassen

Es ist eine enorme Hilfe sich fachmännisch von einem Fachplaner oder öffentlich bestellten und vereidigten Gutachter für Dach-, Wand- & Abdichtungsarbeiten beraten zu lassen. Im Idealfall übernimmt dieser auch die Kommunikation mit den Fachbetrieben oder dem Bauträger und überprüft die Bauausführung. Ja, das kostet Geld, aber es ist sehr gut investiert. Denn schon die Anwesenheit des Experten sorgt für mehr Präzision in der Bauausführung. Und wenn es wirklich mal Ärger gibt, weiß dein/e Berater/in, wie man souverän damit umgeht. Tipp: Fachplaner und öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für das Dachdeckerhandwerk sind rar. Fragt bitte rechtzeitig an, denn die Wartezeit bei diesen Expert/innen kann mehrere Wochen bis Monate betragen.


 

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